Die Franzosen kommen!
Tecktonik ist eine neue Tanzart aus Frankreich, die ihre Ursprünge in Jazz, Hip-Hop, Breakdance und vogueing hat, also alles zusammen gewürfelt.
mit José Bourouh Alias ZebraXx , hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack:
Sie sehen aus, als wären sie von einer Tarantel gestochen worden. Wenn Joshua und Philipp tanzen, bewegen sie ihre Arme und Beine mit einer atemberaubenden Schnelligkeit wild durch die Luft. Sie umkreisen den Kopf mit den Händen, ihre Füße knicken mal nach innen, mal nach außen, der Kopf wippt dabei in alle Richtungen mit. Die meisten Tanzelemente wiederholen sich regelmäßig. Dieser ziemlich verrückte Tanzstil heißt Tecktonik und gilt bei Jugendlichen derzeit als Geheimtipp.
X-step ist die erste Berliner Tanzschule die Tecktonik-Kurse anbietet. Der Tanzlehrer heißt Zebraxx, aber das ist nur sein Tecktonikname, eigentlich heißt der gebürtige Franzose José Bourouh. «Tecktonik wird zu elektronischer Musik getanzt und ist eine Mischung aus Breakdance, Techno, Voguing, Jazz und HipHop», erklärt Zebraxx mit leicht franösischem Akzent. Entstanden ist Tecktonik vor rund acht Jahren in Frankreich. Migranten aus französischen Vororten, den sogenannten Banlieus, trafen sich auf Partys, bei denen elektronische Musik gespielt wurde.
Allerdings tanzte jeder den Tanzstil, mit dem er sich am meisten identifizierte. So kam es, dass HipHop, Techno, Breakdance und sogar Jazz zu Elektrobeats getanzt wurden. Die Tänzer beeinflussten sich im Laufe der Zeit gegenseitig so sehr, dass bald eine Mischung aus diesen verschiedenen Tanzstilen entstanden war. Tecktonik war geboren. «Richtig bekannt wurde Tecktonik dann vor zwei Jahren, als der Tanzstil vermehrt in Pariser Discos getanzt wurde, ein Jahr später gab es im Internet unglaublich viele Videos, mit denen man das Tecktoniktanzen lernen konnte», sagt der 34-jährige Franzose. Mittlerweile ist die Mode auch nach Deutschland gekommen.
Die Tanzschüler Philipp und Joshua gehören zu den ersten «tck»-Anhängern der Hauptstadt. Philipp hatte den Tanzstil im vergangenen Jahr während eines Frankreich-Aufenthaltes kennengelernt und ist seitdem begeistert. «Das ist einfach mein Lifestyle, mit dem Tanzstil kann ich mich von anderen abheben», sagt der 16-Jährige. Sein ein Jahr älterer Freund Joshua kann dem nur zustimmen. «Es ist ein einmaliges Gefühl! Mit Tecktonik kann ich meinen ganz eigenen Stil entwickeln», sagt Joshua.
Bevor Tanzlehrer Zebraxx Tecktonik für sich entdeckte, gab er hauptsächlich Jazz-Kurse. Aber beim Jazz fehlte ihm das gewisse Etwas. «Ich konnte beim Jazz nicht richtig ausrasten, ich wusste nicht, was ich mit meinen Beinen und Händen machen sollte. Als ich dann Tecktonik gesehen habe, war das der absolute Kick für mich», schwärmt er.
Noch werden Tecktonik-Fans skeptisch beäugt, wenn sie in Diskotheken ihre Tanzqualitäten zum Besten geben. Aber glaubt man Zebraxx, wird sich das bald ändern. "Die Leute schauen noch komisch, wenn wir tanzen, aber Tecktonik wird immer populärer und stößt auf großes Interesse", versichert Zebraxx. Im nächsten Frühjahr soll es die erste große Tecktonik-Party in Berlin geben.
Kaum dröhnen die ersten Elektrobeats im Tanzstudio aus den Lautsprechern, sind die drei Tecktonik-Begeisterten bereits in ihre Welt eingetaucht und bewegen sich rhythmisch zur Musik. Und je länger man den Tanzenden zusieht, desto besser versteht man, was Zebraxx meint, wenn er sagt: "Tecktonik eignet sich perfekt dazu, seine Gefühle auszudrücken, seinen Körper zu entdecken und seine eigene Fantasie umzusetzen."
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